Worum es geht

Gerechtigkeit kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Es ergeben sich dabei unterschiedliche Aspekte, die aber in einem inneren Zusammenhang zueinander stehen.

So nennt die Studie der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, GEKE, („Tretet ein für Gerechtigkeit – Ethische Urteilsbildung und soziales Engagement der evangelischen Kirchen in Europa“) fünf soziale Schlüsselfragen, die von besonderer Bedeutung sind:

  • Wirtschaftliche Globalisierung,
  • Armut und soziale Ausgrenzung,
  • Bildung,
  • Migration und Integration sowie
  • ökologische Gerechtigkeit.


In der Konsultation „Armut, Reichtum und Ökologie in Europa“ (ökumenischer Prozesses initiiert von der Vollversammlung des Ökumenischen Rates in Porto Alegre 2006), verlangt der Budapester Aufruf für Klimagerechtigkeit nach sozialer Gerechtigkeit. Klimagerechtigkeit schließt die Verwirklichung des Rechtes auf Entwicklung ein, vor allem in schwächeren Volkswirtschaften. Klimagerechtigkeit verlangt die Entwicklung erneuerbarer Energien und einer „Ökonomie des Genug“, die getragen wird von einer Ethik der Selbstbeschränkung. Klimagerechtigkeit ist eine Bedingung für die Überwindung von Armut und die Überwindung von Armut ist eine Bedingung für Klimagerechtigkeit. Klimagerechtigkeit erfordert das Primat demokratischer Politik über die Wirtschaft und die Einbettung von Marktwirtschaften in soziale und kulturelle Kontexte (bei einer Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft).

Damit sich langfristig die Schere zwischen arm und reich schließen kann, sind Abkehr von Privatisierungen, eine neue Schuldenpolitik und fairer Handel nötig.