Argumente für Veränderung

Wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus?
„Nachhaltigkeit“ ist das große Stichwort, das im Projekt „Zukunft einkaufen“ in verschiedenen Kirchen konkret zu einem öko-fairen Konsum anregt (www.zukunft-einkaufen.de). Es geht darum, ein sichtbares Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung zu setzen.

Kirchen können, auf Grund ihrer besonderen Verantwortung in dieser Welt, bei sich selbst anfangen, in Gemeinden oder kirchlichen Einrichtungen nachhaltige Wirtschafts- und Lebensformen zu entwickeln. Das beginnt beim Überprüfen der Stromverträge, geht über den Ankauf des Kaffees für Gemeindeveranstaltungen und endet noch lange nicht bei der Papierfrage in den kirchlichen Verwaltungen. Aber was so einfach aussieht, ist nicht immer leicht umzusetzen. Verschiedene Kriterien spielen eine Rolle. Es gilt, sparsam mit Geld umzugehen, regionale Interessen der Kirchenmitglieder, der Wirtschaft sowie gesellschaftliche Verhältnisse zu beachten, etc.

Das Projekt „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (www.brot-fuer-die-welt.de, www.eed.de) will dazu anregen, mit der Weltveränderung vor Ort in der Kirche zu beginnen. Denn mit jedem Euro, den die Kirche investiert, wird entschieden, wie die Welt aussieht, ob der ökologische Rucksack immer dicker und schwerer wird und somit die Zukunft der nächsten Generationen belastet, oder ob es gelingt, unseren Verbrauch an Energie und Ressourcen abzuspecken und kostspielige Ideen zu vermeiden. Anfänge sind gemacht, aber bis die Kirche konsequent ökologische und sozial-verträglich produzierte Produkte kauft, ist ein weiter Weg.

Nachhaltigkeit beginnt beim Denken.
Klar ist, dass der Konsum kritisch unter die Lupe genommen werden muss.
(www.konsum-global.de). Sparsamkeit ist nicht Geiz, sondern Verantwortung. Sparsamkeit muss deshalb systematisch gelernt werden. So kann der Verbrauch von Produkten mit einem dicken ökologischen Rucksack schrittweise reduziert werden. Und in der Umorientierung kann der Anteil ökologisch und fair gehandelter Produkte steigen (www.forum-fairer-handel.de).

Die Schöpfung bewahren ist also eine Aufgabe, die aus der theologischen Erkenntnis nun zu praktischem Handeln zwingt.
Das Desaster der Klimakonferenz in Kopenhagen hat gezeigt, dass ein „Weiter so“ dem Planeten und den Menschen, die darauf wohnen, schon jetzt schadet. Als Kirche müssen wir einen Kurswechsel einleiten. Wir dürfen vor allem nicht die Augen vor den Folgen für die fernen und nahen Nächsten verschließen. Die ökumenisch orientierte pfälzische Landeskirche, die Partnerschaften in vielen Teilen dieser Welt pflegt, hat noch viele Möglichkeiten, eine „Zukunft mit KonzepT“ anzudenken, die mehr ist als eine materielle Spardose. Eine Kirche, die sich selber ernst nimmt, wirtschaftet nachhaltig und wagt damit den Ausstieg und gibt ein Beispiel für andere.


Verantwortlich: Ruprecht Beuter, Referent, Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft