Worum es geht
Die Privatisierungsoffensive ist eines der wesentlichen Merkmale der politischen Umgestaltung der Weltwirtschaft nach wirtschafts-liberalen Konzepten.
- So genannte Kollektivgüter wie Gesundheit, Bildung, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Altersvorsorge, Verkehrswesen, usw. wurden der öffentlichen Hand entzogen und privaten Anbietern übereignet. Das geschah im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte auf breiter Front in den Entwicklungs- wie auch in zunehmendem Maße in den Industrieländern.
- Auch globale Gemeingüter, wie etwa Erbanlagen von Tieren und Pflanzen oder das angestammte Wissen über natürliche Heilmittel, wurden zunehmend ausschließlich privater Nutzung und Ausbeutung zugeführt. Durch die Zulassung und Vergabe von Patenten (sprich Eigentumsrechten) wurde die private Verfügung über dieses gemeinsame Erbe der gesamten Menschheit ermöglicht.
- Zur weltweiten Privatisierungsoffensive gehört auch der Rückzug der Politik aus der Regulierung des nationalen wie internationalen Marktgeschehens. War die Regulierung des Marktes durch die Politik früher noch am Gemeinwohl orientiert, so glaubte man nun, dass die Marktmechanismen (Gesetze von Angebot und Nachfrage) alle Gesellschaftsbereiche besser steuern könnten.
